Hygiene- und Hautschutzplan in der Pflege

Gesund dank Händehygiene

Pflegekräfte tragen eine besondere Verantwortung bei der Verhütung von Infektionskrankheiten. Händehygiene ist deshalb ein wichtiger Bestandteil ihres Arbeitsalltags.

In Senioren- und Pflegeheimen gelten spezielle Vorschriften, um Bewohner und Pflegepersonal vor Infektionskrankheiten zu schützen. Eine wesentliche Rolle bei der Reduzierung von Infektionskrankheiten spielt die Händehygiene. Worauf müssen Einrichtungen achten und wie können sie ihre Mitarbeiter bei der Umsetzung unterstützen? 

In Pflege- und Seniorenheimen herrschen besondere Anforderungen an die Hygiene. Denn wo viele Menschen zusammenleben, können sich Infektionskrankheiten schnell verbreiten. Ältere und eventuell durch Krankheiten bereits geschwächte Menschen sind zudem anfälliger für Infektionskrankheiten als gesunde Menschen. Die Einrichtungen sind deshalb nach §11 des Heimgesetzes (HeimG) dazu verpflichtet, „einen ausreichenden Schutz der Bewohnerinnen und Bewohner vor Infektionen (zu) gewährleisten und sicher(zu)stellen, dass von den Beschäftigten die für ihren Aufgabenbereich einschlägigen Anforderungen der Hygiene eingehalten werden“.

Damit dies gewährleistet ist, müssen die Heime ihre innerbetrieblichen Prozesse zur Infektionshygiene definieren und in Hygieneplänen festschreiben – dies regelt § 23 Absatz 5 Satz 1 des Infektionsschutzgesetz (IfSG).

Ein wichtiger Aspekt ist dabei die Händehygiene. Denn Infektionskrankheiten werden von Hand zu Hand weitergereicht. Davon sind auch Pflegekräfte nicht ausgenommen. Sie tragen deshalb eine besondere Verantwortung bei der Verhütung von Infektionskrankheiten.

Hygienepläne in Pflegeinrichtungen

Hygienepläne beinhalten klare Regeln, welche Maßnahmen der Händehygiene in Abhängigkeit von den Arbeitsaufgaben und den Besonderheiten der zu betreuenden Bewohner einzuhalten sind. Ebenfalls enthalten sind Aspekte der Qualitätssicherung. Der Hygieneplan ist für alle Mitarbeiter zugänglich zu machen.

Für ältere und geschwächte Menschen können Infektionskrankheiten zu einem großen Risiko werden.
Für ältere und geschwächte Menschen können Infektionskrankheiten zu einem großen Risiko werden.

Das Robert Koch-Institut (RKI) empfiehlt zudem, am Point of Care einen Händehygieneplan zur Verfügung zu stellen. Er erklärt die Durchführung der Händedesinfektion und beantwortet dabei die fünf W-Fragen: wer, was, wann, womit und wie. Der Händehygieneplan regelt beispielsweise, dass Mitarbeiter u.a. bei Arbeitsbeginn ihre Hände mit Händedesinfektionsmittel desinfizieren müssen.

Bei sichtbarer Verschmutzung oder nach der Nutzung eines Waschraums sollten Mitarbeiter und Besucher laut Plan die Hände mit Seife gründlich waschen und dabei ebenfalls auf die Problemzonen achten.

Angebracht in desinfizierbaren Schutzhüllen oder in laminierter Form steht der Händehygieneplan dort zur Verfügung, wo Hände desinfiziert werden. Um sicher zu gehen, dass jeder Mitarbeiter die Vorschriften zur Kenntnis genommen und verstanden hat, müssen Pflegeinrichtungen zudem jeden Mitarbeiter in den Hygieneplan unterweisen und dies dokumentieren.

Krankheitserreger können sich auch auf Oberflächen von Möbeln oder Wäsche befinden.

Fünf Momente der Händehygiene

Aber wann sollten sich Pflegekräfte die Hände desinfizieren? Einfach gesagt: Mehrmals am Tag. Und zwar immer dann, wenn Sie mit einem Bewohner oder seiner Umgebung in Kontakt kommen bzw. Tätigkeiten ausüben, bei denen sie mit Krankheitserregern in Berührung kommen oder sie übertragen könnten. Zusammengefasst werden diese Situationen in den fünf Momenten der Händehygiene. Demnach sollten sich Pflegekräften in folgenden Situationen die Hände desinfizieren:

  1. vor dem Kontakt mit Patienten,
  2. vor aseptischen Tätigkeiten,
  3. nach dem Kontakt mit potenziell infektiösen Materialien,
  4. nach Patientenkontakt und,
  5. nach Kontakt mit der unmittelbaren Patientenumgebung – also des Bettes oder anderen Möbeln und Gegenständen.

Dabei schützt die Händehygiene nicht nur den Patienten, sondern auch die Pflegekraft vor Ansteckungen. Damit wirkt sich die Händehygiene positiv auf den Krankenstand in den Pflegeeinrichtungen aus.

Desinfektionsmittel direkt am Point of Care

Wird die Händehygiene in Senioren- und Pflegeheimen vernachlässigt, hat dies oft einen konkreten Grund: zu wenig Zeit. Bereits heute herrscht in den Einrichtungen Fachkräftemangel. Wird dann noch eine Kollegin oder ein Kollege krank, wird die Arbeit zum Akkord.

Pflegeinrichtungen können ihre Mitarbeiter bei der Einhaltung der Händehygiene unterstützen, in dem sie direkt am Point of Care – also beim Patienten – Spender mit Desinfektionsmittel zur Verfügung stellen. Denn die meisten Momente der Händehygiene finden genau dort statt.

Durch die Wahl berührungsloser Spendersysteme wie des Paradise Disinfect NT wird der Schutz vor übertragbaren Krankheiten weiter erhöht. Sieht der Bewohner zudem, dass die Pflegekräfte auf die Händehygiene achten, stärkt dies das Vertrauen zu den Mitarbeitern und der Einrichtung selbst.

Auf Hautverträglichkeit achten

Sowohl beim Händewaschen als auch bei der Desinfektion kann die natürliche Schutzschicht der Haut angegriffen werden. Wird dann noch ein Desinfektionsmittel mit Alkohol verwendet, trocknet die Haut leichter aus – Hauterkrankungen drohen.

Dies muss nicht sein. Spezielle Rezepturen ohne Alkohol schonen die Haut und sind nicht minder effektiv gegen Keime. Achten Sie darauf, dass das Desinfektionsmittel die Anforderungen an die „hygienische Händewaschung (EN 1499)“ und die „hygienische Händedesinfektion (EN 1500)“ erfüllt und Konzepte wie z.B. HACCP und die Lebensmittelhygiene-Verordnung (LMHV) unterstützt.

Individuelle Hautschutzprogramme unterstützen die Pflegekräfte beim Schutz ihrer Haut.
Individuelle Hautschutzprogramme unterstützen die Pflegekräfte beim Schutz ihrer Haut.

Ein individuelles Hautschutzprogramm unterstützt die Mitarbeiter bei Pflege, Reinigung und Schutz ihrer Haut. Es besteht aus auf die Bedürfnisse der Einrichtung abgestimmten Produkten und einem Hautschutzplan, auf dem die Anwendung der Produkte genau beschrieben ist. Dazu wird jeder Hautschutzplan individuell auf die jeweilige Einrichtung abgestimmt – unter Berücksichtigung der gesetzlichen Hygienerichtlinien der Branche.

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